Blog konzerte musik

So war es bei Vance Joy

Draußen regnerisches Köln, drinnen warme Sommerklänge Australiens.

Wenn Mitte März in Deutschland wieder die Kraniche am Himmel erscheinen und uns die Ankunft des Frühlings voraussagen, steigt die Vorfreude auf all die Morgen, in denen man sich nicht erst noch unter 17 Klamottenlagen verstecken muss, bevor die Haustür hinter einem ins Schloß fällt.
Das Konzert von Vance Joy vor zwei Tagen in Köln war auch sowas wie ein Vorläufer: Ähnlich wie die Zugvögel hat der junge Australier viele Kilometer hinter sich gebracht, um uns hier in Köllefornia einen Vorgeschmack auf warme Temperaturen, Sonne und laue Sommernächte zu bieten. Gut, zugegebenermaßen ist die Live Music Hall nun nicht einer Strandhütte voller Stroh und Bast gleichzusetzen, ihr Boden hat nicht die Anziehungskraft eines unter den Füßen glühenden Sands und das weder in Tanktops noch Badehorts gekleidete Thekenpersonal verkauft „nur“ Kölsch anstelle exotischer Cocktails in einer Kokosnuss – aber dafür kann der Künstler ja nun wirklich nichts. Vance liefert ab, ohne viel Schnickschnack, ohne ein Maß an emotionaler Ausbrüche und leider so ganz ohne Bart 🙁 . Dafür aber mit dauernd wechselnden Gitarren (nach jedem einzelnen Song!) und kunterbunten Lichteffekten, wobei letztere bei Liedern wie „Riptide“ oder „Saturday Sun“ wirklich nicht von Nöten sind. Seine Songs, die durch Ukulelen-Klänge ihren ganz besonderen Charme bekommen, haben eigentlich die Stärke, so ganz ohne viel Schi Schi wirkungsvoll zu sein und die Augen der Surfermädels, -boys und einer unüberhörbaren Gruppe an Wooo-Girls (HIMYM-Liebhaber wissen, wie schrill diese Kreischen sein können) zum Strahlen zu bringen. Eigentlich …
Alles in allem ein recht solider Konzertabend, der unsere Freude auf den Sommer 2018 sicherlich gesteigert hat.